Bioland-Imkerei

Imkerei ist in aller Munde. Sei es, daß die Medien mal wieder über das von Imkern verursachte Bienensterben (wegen fehlerhafter Varroabehandlung) oder das von Agrokonzernen wie Bayer verursachte Bienensterben (wegen gefährlicher Neonicotinoide) berichten, auf einmal fühlen sich viele Leute berufen, mit der Imkerei zu beginnen.

Nach 30 Jahren Imkerei, sowohl in der Freizeit- wie in der Bioland-Berufsimkerei kann ich Erfahrungen aus der Imkerei weitergeben und tue dies gern. Das mag nicht immer jedem gefallen, beispielsweise bin ich der Meinung, daß wir in den Imkervereinen viel zu viele schlecht ausgebildete Imker haben, von denen die Bienen zu Tode gequält werden. Oder daß es eine Art Jagdschein für die Imkerei jeden geben sollte. Jeder der Lebensmittel erzeugt, Tiere hält und sein eigener Tierarzt ist, sollte eine Qualifikation haben. In der Imkerei muß man wissen, wie man Honig produziert, erntet und lagert, man muß die Biologie der Honigbiene kennen und man muß Symptome der wichtigsten Bienenkrankheiten erkennen können.

Das Märchen von der aussterbenden Imkerei

“In meinem Garten ist es schön, da wird auch gar nicht gespritzt, ich will den Honig nicht haben, den dürfen die Bienen gern behalten. Aber ich möchte da gern ein Bienenvolk aufstellen, weil, da haben die es gut bei mir!” Das ist tatsächlich eine Aussage, die ich immer wieder höre und wo es mir kalt den Rücken runterläuft. Da steht man dann und überlegt, wie man demjenigen beibringt, daß es für die Bienen besser wäre, wenn er sich einen Monitor mit einem Bienenfilm in den Garten stellt. So ähnlich wie ein künstliches Kaminfeuer…

Da krisch isch Plaque, aba sowas von! Bäh! Da bin isch fies für! Sagt man so im Rheinland und das hat seine guten Gründe.

Es ist zwar ehrenhaft, etwas für Bienen und die Imkerei tun zu wollen. Das tut man aber nicht, in dem man sich ohne jede Qualifikation “einfach so” Bienen in den Garten stellt, womöglich noch in einer völlig überteuerten Bienenkiste unter dem Modebegriff “wesensgemäße Imkerei”. Oder tun Sie dem nun wirklich vom Aussterben bedrohten Tiger etwas Gutes, indem Sie sich so eine wunderschöne große Raubkatze in den Garten stellen? Eher nicht.

In vielen Medienberichten wird davon berichtet, daß Imkerei im Aussterben begriffen sei. Und manche Imkervereine haben tatsächlich Nachwuchsprobleme. Es ist eine Tatsache, daß wir in Deutschland eine bestimmte Menge Bienenvölker brauchen. Wir brauchen dafür aber nicht pro Bienenvolk einen Imker. Was wir in Deutschland haben, das ist ein Strukturproblem in der Imkerei.

Wenn Sie Interesse haben, an meinen Erfahrungen aus mehr als 30 Jahren Imkerei teilzuhaben, stehe ich Ihnen gern bei einem Kaffee im Anschluß an einer der Führungen in diesem Jahr im Restaurant der Bundeskunsthalle zur Verfügung. Bei einer guten Tasse Bohnenkaffee wohlgemerkt, kein Grüner Tee und kollektivem Menstruieren im Mondschein für den Weltfrieden. An dieser Stelle streite ich übrigens jede Verwandtschaft mit Gernot Hassknecht ab. Ich mag den Mann. :-)