
Ein GrowCamp für die Schmetterlingszucht
Heute wurden die Puppen und schon geschlüpften Falter, die für die Wildblumenwiese des Dachgartens der Bundeskunsthalle bestimmt sind, in ein geräumigeres kleines Treibhaus umgezogen. Während die Tischlerei Schmid in Xanten die für den Dachgarten vorgesehenen zehn Zuchtboxen baut, haben einige der überwinterten Falterarten schon mit dem jahreszeitlich fälligen Schlüpfen begonnen. In den letzten Tagen erblickten das Wiener Nachtpfauenauge, Lindenschwärmer und auch schon einige Schwalbenschwänze das Licht.
Höchste Zeit, für geeignete Verpaarungs- und Eiablagemöglichkeiten zu sorgen. Auch Futterpflanzen werden benötigt, Raupen jedweder Schmetterlingsart sind für ihren Appetit bekannt. Da wir mit größeren Mengen von Eiern des Schwalbenschwanzes Papilio machaon rechnen und diese Falterart sich als Raupe gern von Fenchel, Möhre, Pastinak und auch Weinraute ernährt, wurden schon letztes Jahr diverse Pflanzen überwintert und im zeitigen Frühjahr weitere ausgesät. Frisch eingetroffen sind Dutzende von Fenchelpflanzen, die in dem kleinen, erweiterbaren Treibhaus gepflanzt wurden. Das Treibhaus des Systems GrowCamp ist modular und kann erweitert werden. Momentan steht auf meiner Terrasse ein Grundmodell mit der Pflanzfläche von 120cm x 120cm.

Sechs verpaarte Exemplare des Schwalbenschwanzes Papilio machaon
Im Laufe dieser Woche noch wird der Schlupf der Schwalbenschwänze erwartet. Nach Erfahrungen aus Züchterkreisen paaren sich die Falter gern und einfach in luftigen Flugkäfigen und beginnen alsbald mit der Eiablage, die direkt auf den Futterpflanzen erfolgt. Natürlich werden die Falter nach erfolgter Eiablage in die Freiheit entlassen, sie müssen auch nicht alles an Eiern bei uns abgeben.
Jedenfalls ist für genug Futter gesorgt, so daß Hunderte von Raupen sich werden entwickeln können, die wir dann im Juni als Falter auf dem Dachgarten der Bundeskunsthalle in die Freiheit entlassen wollen, denn von dort stammen ihre Großeltern – sieben Puppen, die ich dort im letzten Spätsommer gefunden habe. Und die mit der freundlichen Hilfe und zahlreichen wertvollen Tips von Wolfgang Hürter, Bonn sowie Stefan Altmeyer, Köln und natürlich der Unterstützung der Bundeskunsthalle vermehrt wurden.
Die erwachsenen Falter werden am Ornithoport auf dem Dachgarten der Bundeskunsthalle starten, es sind tages- und nachtaktive Spezies, die sich übrigens um Nachtflugverbote nicht kümmern müssen.